IT-News
Lenovo-BIOS prüfen: Auf Modell und Firmwarestand kommt es an
Lenovo hat die Sicherheitsmeldung LEN-222658 überarbeitet. Kleine und mittlere Unternehmen sollten ihre Geräte nun nach genauem Modell und installiertem BIOS- beziehungsweise UEFI-Stand prüfen und verfügbare Updates kontrolliert einspielen.

Für kleine und mittlere Unternehmen bedeutet die aktualisierte Lenovo-Meldung vor allem eines: Nicht jede Produktreihe ist pauschal betroffen. Entscheidend sind das genaue Gerätemodell und der installierte Firmwarestand. Eine strukturierte Bestandsaufnahme hilft, den tatsächlichen Handlungsbedarf zu erkennen und unnötige Eingriffe zu vermeiden.
Dieser Artikel hat den Stand vom 30. August 2026. Lenovo hat seine Sicherheitsmeldung LEN-222658 am 27. August 2026 aktualisiert und dabei die Angaben zu betroffenen Produkten überarbeitet. Die erste Fassung erschien am 11. August 2026. Die Meldung behandelt Schwachstellen in der BIOS- beziehungsweise UEFI-Firmware verschiedener Produktgruppen. Diese Firmware steuert grundlegende Funktionen des Rechners und den Start des Betriebssystems.
Die Schwachstelle nüchtern eingeordnet
Eine der aufgeführten Schwachstellen ist CVE-2026-6484 in der UEFI-Firmware InsydeH2O. Nach Angaben von Insyde werden bestimmte Firmware-Bereiche während der Startkette nicht ausreichend auf ihre Echtheit geprüft. Unter den beschriebenen Voraussetzungen kann dies die Ausführung beliebigen Codes ermöglichen.
Insyde bewertet die Schwachstelle mit einem CVSS-Wert von 8,2 als „hoch“. CVSS ist ein standardisiertes Verfahren zur Bewertung technischer Sicherheitsrisiken. Der veröffentlichte Bewertungsvektor beschreibt einen lokalen Angriff, für den hohe Berechtigungen erforderlich sind. Lenovo nennt für die eigenen Geräte ein Szenario, bei dem ein Benutzer physischen Zugriff auf das System benötigt.
Nach dem derzeit veröffentlichten Kenntnisstand handelt es sich damit nicht um eine typische Sicherheitslücke, die sich ohne Anmeldung direkt über das Internet ausnutzen lässt. Relevant ist sie insbesondere, wenn jemand bereits weitreichenden Zugriff auf ein Gerät besitzt oder wenn ein Notebook beziehungsweise Rechner unbeaufsichtigt zugänglich oder gestohlen ist.
Produktfamilie allein reicht für die Prüfung nicht aus
Die Lenovo-Meldung enthält Tabellen für verschiedene Produktgruppen, darunter Notebooks, ThinkPads, Desktop-PCs, Workstations, Edge-Systeme, Speichersysteme und Server. Die Nennung einer Produktfamilie bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jedes zugehörige Gerät betroffen ist.
Abhängig von Modell und Schwachstelle macht Lenovo unterschiedliche Angaben. Dazu gehören unter anderem:
- nicht betroffen,
- eine verfügbare Mindestversion,
- ein geplantes Update,
- ein noch nicht festgelegter Veröffentlichungstermin.
Maßgeblich sind deshalb das genaue Modell beziehungsweise der Maschinentyp und der installierte BIOS- oder UEFI-Stand. Beide Angaben sollten für jedes Gerät mit der Sicherheitsmeldung und dem offiziellen Lenovo-Downloadbereich abgeglichen werden.
Vom Gerätebestand zum kontrollierten Update
In der Praxis empfiehlt sich ein schrittweises Vorgehen:
- Lenovo-Geräte vollständig erfassen und Modell beziehungsweise Maschinentyp dokumentieren.
- Den installierten BIOS- oder UEFI-Stand feststellen.
- Die Daten mit den Tabellen in LEN-222658 abgleichen.
- Verfügbare Aktualisierungen ausschließlich aus dem offiziellen Lenovo-Downloadbereich beziehen und die Hinweise des Herstellers beachten.
- Vor der Aktualisierung eine aktuelle Datensicherung und einen dokumentierten Wiederherstellungsweg sicherstellen.
- Updates zunächst planen und anschließend kontrolliert ausrollen.
- Nach der Installation zentrale Funktionen und den neuen Firmwarestand prüfen.
- Geräte ohne verfügbares Update dokumentieren und den Veröffentlichungsstatus regelmäßig erneut kontrollieren.
Die Bestandsaufnahme ist dabei der wesentliche erste Schritt. Allein aus dem Produktnamen lässt sich nicht zuverlässig ableiten, ob und wann eine Aktualisierung erforderlich ist.
Unterstützung bei Prüfung und Aktualisierung
Im Rahmen unseres Managed Service und IT-Supports unterstützen wir Unternehmen bei der Erfassung ihrer Lenovo-Geräte, der Prüfung der installierten Firmwarestände sowie bei der Planung und kontrollierten Durchführung erforderlicher Aktualisierungen. Bei Bedarf kontrollieren wir außerdem vorhandene Sicherungen und dokumentierte Wiederherstellungswege und prüfen nach dem Update die zentralen Funktionen.
Wenn Sie klären möchten, welche Lenovo-Geräte in Ihrem Unternehmen betroffen sein könnten, sprechen Sie uns in Husum an. Wir erfassen gemeinsam den Bestand und legen die passenden nächsten Schritte fest.